ADHS steht für Aufmerk­sam­keits­de­fizit-/Hyper­ak­ti­vi­täts­stö­rung und ist eine der häufigsten psychi­schen Erkran­kungen bei Kindern und Jugend­li­chen. Die Störung kann schwer­wie­gende Folgen mit sich ziehen, die nicht unter­schätzt werden sollten. Eltern betrof­fener Kinder stellt diese Diagnose oft vor große Heraus­for­de­rungen und Erzie­hungs­fragen. Aller­dings gibt es ein paar Tipps, die den Umgang mit ADHS erleich­tern können.

Alles auf einen Blick

ADHS gehört zu den häufigsten Verhal­tens­stö­rungen im Kindes- und Jugend­alter und lässt sich durch drei Krank­heits­zei­chen charak­te­ri­sieren: Störung der Aufmerk­sam­keit, Impul­si­vität und Hyper­ak­ti­vität. Schlechte schu­li­sche Leis­tungen und ein proble­ma­ti­sches Verhältnis zu Mitmen­schen sind häufig die Folge. Klare Struk­turen, positive Rück­mel­dungen und eine Umstel­lung der Ernährung, die wenig Zucker aber reichlich Omega-3-Fettsäuren enthält, können den Krank­heits­ver­lauf von ADHS verbessern.

ADHS: Symptome und Folgen

Folgende Symptome können für eine ADHS-Erkran­kung sprechen:

  1. Aufmerk­sam­keits- und Konzentrationsstörung
    Die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit bei verschie­denen Tätig­keiten, wie z.B. Spielen, Basteln oder Malen ist einge­schränkt. Die Akti­vi­täten werden immer wieder abgebrochen.
  2. Impul­si­vität
    Das Kind stört andere beim Spielen oder im Unter­richt. Es kann plötzlich unbedacht handeln und andere beim Sprechen unterbrechen.
  3. Körper­liche Unruhe/Hyperaktivität
    Zappe­liges Verhalten am Tisch – beim Essen oder im Unter­richt – sind keine Selten­heit. Das Kind kann nicht lange ruhig sitzen und auch nach Ermah­nungen tritt das Verhalten kurze Zeit später wieder auf.

Die Anzeichen für ADHS sind recht allgemein und unspe­zi­fisch, denn auch gesunde Kinder lassen sich leicht ablenken, sind impulsiv und hyper­aktiv. Vergli­chen mit erkrankten Kindern treten diese Verhal­tens­merk­male jedoch seltener und in schwä­cherer Ausprä­gung auf. In jedem Fall bedarf es einer genauen Beob­ach­tung durch Eltern und Erzieher. Im Zwei­fels­fall sollte der ärztliche Rat aufge­sucht werden.

Wird diagnos­ti­ziertes ADHS nicht behandelt kann es zum Leis­tungs­ab­fall in der Schule, Streit und sogar aggres­sivem Verhalten kommen. Sowohl das Kind als auch die Eltern sind deshalb oft emotional erschöpft und müssen zudem häufig negative Rück­mel­dungen von außen – von Nachbarn, Bekannten und Lehrern – in Kauf nehmen. Praxis­nahe und einfache Hilfen können aber dazu beitragen, den Alltag mit ADHS etwas besser zu bewältigen.

Tipps: So kannst du deinem Kind mit ADHS helfen

Kinder in Schule zeigen auf

Der Verlauf der Erkran­kung wird von unter­schied­li­chen Umwelt­fak­toren beein­flusst. Wie andere mit deinem Kind umgehen kann sein Verhalten verbes­sern oder verschlech­tern. Als Eltern­teil und direkte Bezugs­person kannst du aber mit viel Geduld eine positive Entwick­lung von ADHS erreichen. Hier ein paar Tipps:

  1. Stelle klare Regeln auf
    Ein routi­nierter und klar struk­tu­rierter Tages­ab­lauf sowie erfüll­bare Regeln helfen deinem Kind sich im Alltag zurecht­zu­finden und sein Verhalten anzu­passen. Definiere bestimmte Zeiten für Aufstehen und Zubett­gehen, Mahl­zeiten, Haus­auf­gaben machen und Freizeit. Ein Wochen­plan kann eine gute Unter­stüt­zung sein.
  2. Lobe ein gutes Verhalten
    Kinder mit ADHS haben häufig mit Rück­schlägen im sozialen Umfeld zu kämpfen. Das wirkt sich negativ auf ihr Selbst­be­wusst­sein aus. Positive Rück­mel­dungen helfen deinem Kind aus seinem Verhalten zu lernen und ein gutes Selbst­wert­ge­fühl zu entwickeln.
  3. Sei voraus­schauend
    Beobachte dein Kind und versuche zu erahnen, in welchen Situa­tionen impul­sives Verhalten aufkommen kann. So kannst du dich im Vorfeld darauf vorbe­reiten und Vorfälle eventuell sogar vermeiden.
  4. Reduziere die Aufregung
    Bahnt sich eine Diskus­sion oder gar ein Streit an, versuche die Aufregung zu redu­zieren. Eine ruhige und vernünf­tige Ausdrucks­weise kann dazu beitragen die Eska­la­tion des Konflikts zu vermeiden. Falls es dennoch nicht möglich ist, gönnt euch eine Pause, damit ihr euch beruhigen könnt.
  5. Stelle die Ernährung um
    Hyper­ak­tive Kinder können an einem Nähr­stoff­mangel leiden, so ist eine ausrei­chende Versor­gung mit Vitaminen, Mine­ra­lien und insbe­son­dere Omega-3-Fettsäuren sehr wichtig. Zu viel Zucker und Lebens­mittel mit künst­li­chen Zusatz­stoffen sollten dagegen gemieden und vom Ernäh­rungs­plan weitest­ge­hend gestri­chen werden.

Selbst­hil­fe­gruppen und Kinder­psy­cho­the­ra­peuten sowie Jugend­ämter stellen ebenfalls eine Anlauf­stelle dar. Diese bieten profes­sio­nelle und medi­zi­ni­sche Unter­stüt­zung an, welche in sehr schwer­wie­genden Fällen notwendig sein kann.

ADHS und Omega‑3

In den letzten zwei Jahr­zehnten wurde im Bereich ADHS verstärkt geforscht, da sich heraus­stellte, dass viele einge­setzte Medi­ka­mente starke Neben­wir­kungen und Unver­träg­lich­keiten mit sich brachten oder die gewünschte Wirkung nicht erzielten. Es gibt Ansätze, die nahelegen, dass eine gesunde und ausge­wo­gene Ernährung, die reichlich Omega-3-Fettsäuren inte­griert, den Verlauf von ADHS positiv beein­flussen kann. Bei Kindern mit dieser Erkran­kung wurde z.B. in einigen Unter­su­chungen fest­ge­stellt, dass die Werte der Omega-3-Fettsäuren im Körper niedriger waren als bei Altersgenossen.[1] Eine große Über­sichts­studie fand heraus, dass durch eine Nahrungs­er­gän­zung mit Omega-3-Fettsäuren die ADHS-Symptome gelindert werden können. Insbe­son­dere die Hyper­ak­ti­vität und die Impul­si­vität sind zurückgegangen.[2] Bei manchen Kindern haben sich sogar die Aufmerk­sam­keit, Lese­fä­hig­keit und das Kurz­zeit­ge­dächtnis verbes­sert. Daraus lässt sich schließen, dass sich die Einnahme von Fischöl-Supple­menten durchaus positiv auf die Erkran­kung auswirken kann.

Fazit

ADHS kann eine große Heraus­for­de­rung für Kinder und Eltern darstellen. Mit einem struk­tu­rierten Tages­ab­lauf sowie Ruhe und Geduld kannst du dein Kind im Alltag unter­stützen und manche Situa­tionen für euch beide entschärfen. Eine gesunde und ausge­wo­gene Ernährung mit ausrei­chend Omega-3-Fettsäuren kann zusätz­lich helfen.

Quellen

[1] Antalis, C. J., Stevens, L. J., Campbell, M., Pazdro, R., Ericson, K., & Burgess, J. R. (2006). Omega‑3 fatty acid status in attention-defi­ci­t/­hy­per­ac­ti­vity disorder. Prosta­glandins, Leuko­trienes, and Es¬sential Fatty Acids, 75(4–5), 299–308. https://doi.org/10.1016/j.plefa.2006.07.004
[2] Derbyshire, E. (2017). Do Omega‑3/6 Fatty Acids Have a Thera­peutic Role in Children and Young Peo¬ple with ADHD? Journal of Lipids, 2017, 1–9. https://doi.org/10.1155/2017/6285218

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